Rotwildkonzeption Nordschwarzwald

Unser Adventskalender mit Text und Foto aus der Sonderausstellung „Wild & Jagd – Grenzgänge zwischen Natur und Kultur“, eine Leihgabe der Stiftung Waldhaus Freiburg.

In den Telemetrie-Halsbändern ist eine GPS-Einheit, die in einem festgelegten Intervall eine Ortung des Halsbands durchführt (z.B. stündliche Ortung). Zusätzlich sind im Halsband Beschleunigungssensoren verbaut, die die Position (Kopf oben, Kopf unten) sowie die Bewegungen auf drei Achsen erfassen. Mithilfe der unten im Senderhalsband verbauten Drop-Off Einheit kann das Halsband zum Ende der Untersuchungszeit automatisch vom Tier gelöst werden ohne dass eine erneute Narkotisierung erforderlich ist.

Das Alttier „Marianne vom Mannsloh“ (gelb) wurde am 7.2.2017 im Bereich Kaltenbronn besendert. Für Marianne lassen sich beispielsweise drei Kernbereiche ausmachen. Obwohl Marianne sich ihren Lebensraum besonders an schönen Tagen mit hunderten Waldbesucher*innen teilt, nutzt sie Bereiche in unmittelbarer Nähe zu den stark frequentierten Wanderwegen intensiv. Eine Erklärung hierfür liegt sicherlich an der moorigen Landschaft, die Waldbesucher*innen zum Laufen auf den Wanderwegen zwingt und sie so für Marianne berechenbar macht. Nachdem das Alttier „Marianne vom Mannsloh“ narkotisiert wurde, wurde ihr das Senderhalsband umgelegt. Schon wenige Tage nach der Besenderung war Marianne mit ihrem Kalb wieder am Fangplatz. Anhand der GPS-Daten wird auch deutlich, wie die Raumnutzung im Jahresverlauf variieren kann. Dies zeigte sich auch bei Marianne. Beispielsweise nutzte sie im April 2017 an Tagen mit Schnee und kalter Witterung auch die tieferen Lagen und reduzierte im Juni 2017 zur Setzzeit ihr Streifgebiet deutlich.