Text und Foto aus der Sonderausstellung „Wild & Jagd – Grenzgänge zwischen Natur und Kultur“, eine Leihgabe der Stiftung Waldhaus Freiburg.

Hinweise auf die Bedeutung des Kaltenbronn für die Jagd gibt es schon lange bevor Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden um 1700 ein Jagdhaus auf dem Kaltenbronn errichten ließ. Um 1310 zogen die Grafen von Württemberg hier „Uff die Bärenhatz und die Wolfshatz“. 1525 legte der Markgraf sogar einen freien Jagdtag „im Kaltenbrunnen“ fest, weil „die Wölfe und die Bären gar so überhandgenommen“. Da der letzte Wolf am Herrenwieser See 1789 erlegt worden sein soll, wurde auf dem Kaltenbronn vor allem auf Auerhähne und Rotwild Jagd gemacht. Nicht zuletzt weil das Rotwild damals noch recht selten war, nahm die Jagd auf den Auerhahn einen höheren Stellenwert ein.

Die Kaltenbronner Wälder gehörten, ohne Rücksicht auf Eigentumsverhältnisse, bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zum großherzoglichen Hofjagdbezirk. 1849 wurde die Jagd den Grundstückseigentümern übertragen und die Hofjagdverwaltung musste diese Flächen hinzupachten. Nach dem Krieg endete auch das Großherzogtum. Die Kaltenbronner Wälder wurden dem Großherzog und seiner Frau jedoch zur Nutzung überlassen und blieben so bis zu deren Tod 1952 Privatjagd. Danach fielen die Wälder zurück an den Staat und fortan wurde Regiejagd betrieben. Bis 1974 diente der Kaltenbronn dem Land Baden-Württemberg als Repräsentationsjagd.