Die Hubertus Legende
Foto aus der Sonderausstellung „Wild & Jagd – Grenzgänge zwischen Natur und Kultur“, eine Leihgabe der Stiftung Waldhaus Freiburg. Text: www.deutscher-jagdblog.de

Die Legende des Heiligen Hubertus wurde auf unterschiedliche Art und Weise übermittelt, im Großen Hausbuch der Heiligen wird sie so erzählt:
Als einst Hubert an einem Karfreitag mit seinem lauten Tross zur Jagd zog, warnte ihn seine Gattin und flehte ihn dringend an, den ernsten Todestag des Herrn nicht zu entweihen. Er schien von der liebevollen Warnung seiner frommen Gattin gerührt, dennoch siegte die Jagdlust. Mit seinem zahlreichen Gefolge sprengte er durch Wald und Busch, durch Wiesen und Gründe und verfolgte einen prächtigen Hirschen. Als er demselben nahe kam und schon den Bolzen nach dem Tiere abdrücken wollte, bleibt dasselbe plötzlich stehen, wendet sich nach dem Jäger, und mitten in seinem Geweih erscheint ein strahlendes Kreuz. Eine klagende Stimme ertönt: ‚Hubertus, ich erlöste dich und dennoch verfolgst du mich!‘
Hubert erbebte, warf sein Geschoß von sich und flehte innig zu Gott um Erbarmen. Darauf baute er sich eine Hütte aus Baumzweigen und Schilf und führte, von der Welt geschieden, in stiller Waldeinsamkeit ein bußfertiges, abgetötetes Leben.“ (Quelle: Großes Hausbuch der Heiligen. Berichte und Legenden. Hrg. von Diethard H. Klein, S. 551f.)
Hubertus von Lüttich wurde wahrscheinlich 655 in Toulouse als Sohn des Herzogs Bertrand von Toulouse geboren und diente als Pflazgraf am Hofe Theodorichs III. in Paris und später in Metz am Hofe Pippin des Mittleren. Erwiesen ist, dass er im Jahre 708 Bischof von Maastricht war und später seinen Sitz nach Lüttich verlegte. Hubertus widmete sein Leben der christlichen Missionierung von Menschen, die in den Ardennen lebten und wird hierfür noch heute von vielen Katholiken als Heiliger verehrt. Hubertus starb am 30. Mai oder 29. Juni 727 und wurde in der Kathedrale St. Peter zu Lüttich beigesetzt. Sehr bald verehrten ihn die Einwohner seiner Diözese wie einen Heiligen. Am 3. November 743 fand die feierliche „Erhebung“ seiner Gebeine statt, um sie oberirdisch vor dem Hauptaltar zu bestatten. Ein solcher Akt war bis in das 10. Jahrhundert die übliche Form der Heiligsprechung. Seitdem wird der Hubertustag am 3. November gefeiert.
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