Das Reh ist die am weitesten verbreitete Schalenwildart. Nur auf Korsika und Sardinien kommt es nicht vor. Das Rehwild entwickelte sich vor 20-25 Millionen Jahren. Seit der letzten Eiszeit bildeten sich drei Unterarten: das europäische Reh, das sibirische Reh und das mandschurische Reh. Je nach Jahreszeit ist es unterschiedlich gefärbt. Im Sommer zeigt es sich in rotbraunem Fell, im Winter ist es graubraun. Ausgewachsene Tiere wiegen 17-22 kg. Rehe haben am Hinterteil einen weißen Fleck, Spiegel genannt. Frisch geborene Kitze tragen ein gepunktetes Tarnkleid und verschmelzen ganz mit der Umgebung. Der Rehbock wirft im Herbst sein Geweih (Gehörn genannt) aus Knochensubstanz ab, das bald darauf wieder neu zu wachsen beginnt. Im Frühjahr reibt (fegt) der Bock an kleinen Bäumchen die Nährhaut (Bast) von seinem fertigen Gehörn, dies dient auch der Reviermarkierung. Im Winter geben Rehe ihre Territorien auf und schließen sich zu größeren Gruppen, den sog. Sprüngen, zusammen, die sich dann vor der Zeit des Setzens im Frühjahr wieder auflösen.
Als Wiederkäuer ist das Reh ein reiner Pflanzenfresser. Nahrung besteht aus: Kräutern, Gräsern, Blättern, Triebe, Knospen sowie Wald- und Feldfrüchten. Es bevorzugt nährstoff- und energiereiche, nicht stark verholzte Pflanzenteile (Konzentratselektierer).
Natürliche Feinde sind: Wolf, Luchs, Bär, Schwarzwild, Steinadler. Aber auch Mähwerkzeuge bei Heu- und Grasernte, der Straßenverkehr und wildernde Hunde.