Schutzgebiete

- Die empfindlichen Hochmoorgebiete, durch Geländer geschützt
Schutzgebiete am Kaltenbronn:
Die Hochmoore und Wälder des Kaltenbronn sind etwas Besonderes, das wissen alle Besucher. Jedoch nicht jeder Besucher weiß auch, dass Pflanzen und Tiere der Moore und der Waldbiotope schon auf geringste Veränderungen empfindlich reagieren. Schäden in den einzigartigen Lebensräumen sind nicht mehr rückgängig zu machen.
Die Kaltenbronner Wälder mit den Hochmooren Hohlohsee und Wildsee, mit Karen und Blockhalden beherbergen die sensibelsten Kleinode der Nordschwarzwälder Landschaft, welche Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen bieten. Schon 1928 erhielt ein Teil des Wildseemoores einen Schutzstatus als „Banngebiet“.
In den Jahren 1939 und 1940 wurden die Naturschutzgebiete Wildseemoor und Hohlohseemoor verordnet. Steigende Besucherzahlen stellten im Laufe der Jahre eine zunehmende Bedrohung für die Moore dar. 1993 wurde ein attraktives Rundwegekonzept entwickelt, das bis heute dem Schutz der Moore vor Beeinträchtigung durch Besucher Rechnung trägt.
Das Natur- und Waldschutzgebiet Kaltenbronn
Im Jahr 2000 wurde ein großer Teil des Höhengebietes zum „ Natur- und Waldschutzgebiet Kaltenbronn“ ausgewiesen. Das Gebiet umfasst Naturschutzgebiete, sowie Waldschutzgebiete, die sog. Bannwälder und Schonwälder des Kaltenbronn. Neben den vergrößerten Naturschutzgebieten wurde das größte Bannwaldgebiet Baden- Württembergs, der Bannwald Wildseemoor in Verbindung mit dem Bannwaldgebiet „Altlochkar- Rotwasser“ noch ausgeweitet.
Große Teile der Kaltenbronner Wälder sind auch Teil des europäischen Schutzgebietsystems Natura 2000 und/ oder als FFH- Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) sowie als Vogelschutzgebiet ausgewiesen.
Hierdurch wurde eine einzigartige Verbindung von Naturschutz- und Waldschutzgebieten geschaffen. Für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten bieten die Schutzgebiete einen bedeutenden Lebensraum. Über 400 Arten von Farn- und Blütenpflanzen wurden hier gezählt, darunter der fleischfressende Sonnentau und die Teufelskralle. Auch die Tierwelt - z.B. das Auerhuhn, dessen Vorkommen im Schwarzwald von europäischem Interesse ist, oder der Dreizehenspecht und die „Höllenotter" (die schwarz gefärbte Variante der Kreuzotter) - ist auf die Schutzgebiete angewiesen. In den Bannwaldflächen bietet sich die einmalige Chance, auf großer Fläche zu beobachten, wie sich Waldgesellschaften natürlich entwickeln und von bedrohten Arten wieder besiedelt werden.
Der Bannwald Wildseemoor und Altlochkar-Rotwasser - größtes Bannwaldgebiet Baden- Württembergs

- Latschenkiefern "Urwald" im Kernbereich des Bannwaldes
Bannwälder sind sich selbst überlassene Waldgebiete in denen sich die Natur frei entfalten soll. Diese natürlichen Entwicklungen in den Bannwaldgebieten werden in Baden-Württemberg wissenschaftlich durch die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt in Freiburg (FVA) begleitet. Die "Urwälder von morgen" bieten vielen bedrohten Tier- und Pflanzenarten lebenswichtigen Rückzugsraum.
Steckbrief:
Fläche: Bannwälder Wildseemoor und Altlochkar Rotwasser: 405 Hektar
Davon „Naturschutzgebiet Wildseemoor“: 183 Hektar
Flächeneigentümer: Land Baden-Württemberg
Naturraum: Enzhöhen und Grindenschwarzwald
Geologie und Böden: Mittlerer Buntsandstein mit wechselfeuchten nährstoffarme Sandböden, Missen *, anmoorige und Hochmoorbereiche
Klima: Kühl-feuchtes Klima Jahresdurchschnittstemperatur: ca. 6° Celsius
Jahressumme der Niederschläge: ca. 1 800 mm
Natürliche Vegetation: Wildseemoor: Moorkiefernwald und Fichten-Kiefern Mischwald
Altlochkar-Rotwasser: Tannen geprägter Mischwald
Historisches:
Die Wälder des oberen Enztals sind seit jeher stark vom Menschen geprägt. Durch den starken Holzhunger (Flößerei, Köhlerei etc.) der menschlichen Gesellschaft ab dem 18. Jahrhundert wurden auch die Kaltenbronner Waldungen abgeholzt und verwüstet.
Nur wenige Teilflächen des heutigen Bannwaldes waren noch mit Wald bestockt.
Nach dem Abholzen wurden Rinder und Ziegen zur „Waldweide“ geführt, wodurch sich der Wald kaum mehr natürlich verjüngen konnte.
Für die Flößerei im Brotenautal wurde gegen 1780 der Seegraben im Wildseemoor angelegt und eine Verbindung zum Hornsee geschaffen. Dadurch senkte sich der Wasserspiegel im Hochmoor.
In der Folge besiedelte sich die ursprünglich freie Moorfläche mit einem dichten Moorkiefernwald. Im Schutz der Moorkiefern samten sich schließlich auch Fichten an, die das heutige Waldbild prägen.
Ende des 18.Jh wurden großflächige Aufforstungen durchgeführt. Kahle Flächen wurden entwässert und mit Fichte bepflanzt.
Auch im Moorbereich wurden zahlreiche Entwässerungsgräben gezogen, hier jedoch misslangen die Aufforstungsversuche.


